- Fachbeitrag
Digitale Lösung macht Papierlisten überflüssig
Smart Cleaning am Hub
Ausgangslage & Motivation
Die Reinigungsplanung am Campus basierte bislang in Teilen noch auf papiergestützten Prozessen und gewachsenen Strukturen. Dadurch waren Informationen nicht jederzeit vollständig transparent verfügbar und kurzfristige Anpassungen – beispielsweise bei Flugplanänderungen – nur mit erhöhtem Abstimmungsaufwand möglich. Gleichzeitig stellte die Kommunikation innerhalb einer multinationalen Belegschaft mit unterschiedlichen Muttersprachen besondere Anforderungen an eine einfache und verständliche Arbeitssteuerung.
Die verantwortliche Geschäftsbereichsleiterin Nicole Rasenberger treibt die Digitalisierung der operativen Prozesse bereits seit 2014 konsequent voran. Schon früh wurden bestehende Qualitätssicherungslösungen weiterentwickelt und zu einer eigenständigen Softwareplattform ausgebaut, die unter anderem die digitale Steuerung von Sonderaufträgen und Tickets, die Material- und Schlüsselverwaltung sowie die Bilddokumentation von Arbeitsergebnissen ermöglicht. Dadurch konnten Prozesse bereits in vielen Bereichen effizienter und transparenter gestaltet werden.
Auch innovative Ansätze zur datenbasierten Personalsteuerung wurden frühzeitig verfolgt. Bereits vor rund zehn Jahren wurden erste Pilotprojekte mit Sensorik in Müllbehältern durchgeführt, um eine bedarfsgerechte Echtzeitsteuerung zu ermöglichen. Mit den heutigen technologischen Möglichkeiten und der stärkeren strategischen Bedeutung von Digitalisierung im Konzern wird dieser Weg nun konsequent weiterentwickelt – unter anderem durch die stärkere Integration von Echtzeitdaten, intelligenter Einsatzsteuerung und perspektivisch auch Robotik.
Die Entscheidung für die Lösung von Soobr erfolgte daher bewusst als nächster Entwicklungsschritt innerhalb dieser langfristigen Digitalisierungsstrategie. Ziel ist es, die operative Steuerung weiter zu vereinfachen, Informationen in Echtzeit verfügbar zu machen und die Zusammenarbeit über alle Hierarchieebenen hinweg noch effizienter zu gestalten.
„Die Digitalisierung unserer Reinigungsprozesse mit Soobr ist für uns mehr als nur ein Tool-Wechsel. Es ist der nächste konsequente Schritt hin zu einer agilen, datenbasierten Steuerung, die es uns erlaubt, in einem hochdynamischen Umfeld wie dem Flughafen Frankfurt jederzeit flexibel und effizient auf den tatsächlichen Bedarf zu reagieren“, so die verantwortliche Geschäftsbereichsleiterin Nicole Rasenberger, Fraport Facility Services GmbH.
Zielsetzung: Effizienz durch Intelligenz
Im Kern des Projekts steht die weitere Optimierung der Ressourceneffizienz. Statt ausschließlich nach statischen Turnusplänen zu arbeiten, wird die Reinigung zunehmend bedarfsorientiert gesteuert. Hierzu wurden konkrete Anforderungen an die neue Lösung definiert:
• Echtzeit-Kommunikation: Direkter Austausch zwischen Vorarbeitern und Kräften via Push-Nachrichten
• Datenintegration: Verknüpfung mit Flugdaten zur punktgenauen Gate-Reinigung
• Piktogramm-Steuerung: Sprachneutrale Visualisierung von Arbeitsaufträgen
• Digitale Servicetransparenz: Verbesserte Datengrundlage für Qualitätskontrolle und Leistungsnachweise
• Steigerung der Passenger Experience: Sicherstellung hoher Hygienestandards in den Terminals
• Ereignisorientierte Qualitätskontrolle: Zeitnahe Kontroll- möglichkeiten nach dokumentierten Reinigungsvorgängen
Einsparpotenziale & Mehrwert
Smart Cleaning am HubObwohl sich das Projekt noch in einer frühen operativen Phase befindet, sind die Potenziale bereits deutlich erkennbar. Die digitale Reinigungssteuerung schafft die Grundlage für eine noch bedarfsgerechtere Ressourcenplanung, indem Reinigungsleistungen stärker am tatsächlichen Nutzungsaufkommen der Flächen – etwa am Flugaufkommen – ausgerichtet werden können.
Darüber hinaus sollen perspektivisch Laufwege und Aufgabenverteilungen weiter optimiert werden, um die produktive Nettoarbeitszeit pro Schicht zu erhöhen. Auch administrative Prozesse profitieren von der Digitalisierung: Der reduzierte Aufwand für manuelle Listenführung, Dokumentation und Einsatzplanung entlastet die operativen Führungskräfte spürbar.
Durch die visuelle, appbasierte Arbeitssteuerung werden Missverständnisse bei Arbeitsanweisungen reduziert, insbesondere in einem multikulturellen Arbeitsumfeld. Gleichzeitig erleichtert die intuitive Bedienung neuen Mitarbeitern die Einarbeitung und unterstützt Vorarbeiter und Objektleiter im täglichen Betrieb.
Implementierung & Rollout
Die Einführung erfolgte strukturiert über einen 4-Phasen-Plan, bei dem die einzelnen Module sukzessive live geschaltet wurden. Auch dank der lückenlosen Steuerung durch das Soobr „Start-up Team“ gelang der Rollout auf rund 250.000 m² innerhalb von nur vier Monaten.
Der Implementierungsprozess blieb dabei bewusst praxisnah und agil: Anforderungen und Wünsche aus dem operativen Betrieb wurden direkt während der Umsetzung berücksichtigt. Enge Präsenztermine sowie der kontinuierliche Austausch – von der Projektleitung bis zur Reinigungskraft – unterstützten die praxisgerechte Weiterentwicklung der Lösung und förderten die Akzeptanz innerhalb der Teams.
Akzeptanz durch Partizipation
Die Einführung neuer Technologien bedeutet immer auch einen Change-Prozess. Die verantwortliche Geschäftsbereichsleiterin legt deshalb großen Wert darauf, Mitarbeiter frühzeitig einzubinden und neue digitale Werkzeuge eng zu begleiten.
Um die Akzeptanz für die Nutzung der Tablets und digitalen Anwendungen zu fördern, wurden regelmäßige Workshops und Schulungen über alle Schichten hinweg durchgeführt. Teamleiter und Vorarbeiter wurden gezielt sensibilisiert und konnten Feedback, Ideen und Verbesserungsvorschläge direkt einbringen. Besonders die intuitive Bedienung sowie die sprachneutrale Steuerung über Piktogramme schaffen gute Voraussetzungen für eine hohe Akzeptanz innerhalb der Belegschaft. Gleichzeitig soll die Nutzung der Lösung künftig kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt werden.
„Als Projektleiter am Flughafen begeistert mich an der Reinigungssoftware von Soobr vor allem die intelligente, datenbasierte Steuerung der Reinigungsprozesse. Statt starrer Reinigungspläne ermöglicht die Software eine bedarfsgerechte, dynamische Einsatzplanung – genau dort und dann zu reinigen, wo es wirklich notwendig ist. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern unterstützt auch eine konstant hohe Qualität“, sagt der verantwortliche Projektleiter der Fraport Facility Services GmbH.
Konnektivität: Das Herzstück der Digitalisierung
Ein entscheidender Vorteil der Software Soobr ist die Plattformunabhängigkeit und die Offenheit für Schnittstellen. Bereits heute wurde das Flugdatensystem angebunden, wodurch Reinigungskräfte unmittelbar informiert werden können, wenn ein Gate nach einer Landung oder vor einem Abflug priorisiert gereinigt werden muss.
Zukunftsvision
Für die kommenden Ausbaustufen ist die weitere Integration von Sensorik – beispielsweise zur Füllstandsmessung oder Frequenzanalyse – sowie die Anbindung von Reinigungsrobotik vorgesehen. Ziel ist eine zunehmend vernetzte und datenbasierte Serviceumgebung, die operative Prozesse noch effizienter unterstützt.
Ergebnisse & Ausblick
Erste Beobachtungen bestätigen bereits eine strukturiertere und flexiblere Einsatzplanung der Mitarbeiter. Während belastbare KPIs zur Netto-Arbeitszeitersparnis aktuell noch erhoben werden, sorgt die digitale Dokumentation schon heute für eine deutlich verbesserte Servicetransparenz und unterstützt die Qualitätssicherung nachhaltig.
Der erfolgreiche Pilotbereich bildet die Grundlage für den weiteren Ausbau: Das System wird nun schrittweise auf den gesamten Gebäudekomplex und weitere Bereiche des Campus ausgeweitet.
Text: Soobr Smart Cleaning, www.soobr.com









