- Fachbeitrag
Dortmunder Schule holt nach vier Jahren erneut den Sieg
JEZ-Award auf der Interclean verliehen
Der JEZ-Award („Junge Entscheidungsträger Zukunft“) ist ein bundesweiter Aufsatzwettbewerb für Schulklassen aus dem Bereich Gebäudereinigung. Er soll Auszubildende dazu anregen, sich mit zukunftsrelevanten Themen ihrer Branche auseinanderzusetzen und eigene Ideen zu entwickeln. Initiiert wurde der Wettbewerb von der Knittler Medien GmbH in Zusammenarbeit mit der ISSA, einem internationalen Netzwerk der Reinigungsindustrie. Der Award wurde erstmals 2012 von der Knittler Medien GmbH verliehen, die bis 2024 die Fachzeitschriften „GebäudeReiniger“ und „ReinigungsMarkt“ herausgebracht hat. Der Fachverlag BETTERTRUST Verlag hat den Award neben den Fachzeitschriften übernommen und im Jahr 2025 auf der CMS in Berlin erstmals erfolgreich verliehen.
Teilnehmen können Gewerbeschulen und Berufsfachschulen, deren Gebäudereiniger-Klassen einen Aufsatz zu einem jährlich wechselnden Thema verfassen. Nach der Anmeldung erhalten die Schulklassen ein Infopaket per E-Mail, das die Aufgabenstellung, Material und einen Fragebogen enthält. Die eingereichten Aufsätze werden von einer Fachjury bewertet, die 2026 aus Prof. Dr. Gerhard Winter von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Martin Lutz vom Forschungs- und Prüfinstitut für Facility Management (FIGR) und Reinhard Knittler von der Knittler Medien GmbH bestand. Die Preise waren erneut attraktiv: Der erste Platz gewann eine Reise zur internationalen Branchenmesse Interclean in Amsterdam, inklusive Übernachtungen für die gesamte Klasse. Für die Zweitplatzierten gibt es Gutscheine im Wert von etwa 25 Euro pro Person, der dritte Platz erhält Gutscheine im Wert von rund 15 Euro pro Person.
Der Wettbewerb ist weit mehr als eine schulische Pflichtübung. Er bringt junge Menschen dazu, über die Zukunft ihres Berufs nachzudenken, Aspekte außerhalb der eigentlichen Reinigungstechnik oder technologische Trends wie IoT und KI zu verstehen und deren Chancen für ihre Branche einzuschätzen. Gleichzeitig vernetzt er die Auszubildenden mit der Praxis und gibt ihnen eine Bühne auf wichtigen Branchenevents. Was für die Veranstalter und Sponsoren dabei klar ist: Die heutigen Azubis sind die Entscheider von morgen, denn es ist nicht unüblich, dass junge Gesellen schnell Personal- und Budgetverantwortung bekommen oder mit einem Gründer-Mindset im Hinterkopf den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Damit leistet der JEZ-Award einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit der Gebäudereinigung als moderne, zukunftsorientierte Branche und führt den Nachwuchs frühzeitig an Innovationen heran.
Den ersten Platz belegte diesmal die Klasse RT 12 vom Heinrich-Hertz-Berufskolleg in Dortmund. Die Klasse reichte mit ihrem Deutschlehrer Andreas Lange den besten Aufsatz ein. Schon 2022 holte er mit einer anderen Klasse den Sieg. Den zweiten Platz erreichte die Gewerbliche Schule Metzingen, die Andreas-Gordon-Schule belegte Platz drei. Die Klasse HHBK RT 11 wiederum aus Dortmund kam auf den vierten Platz. Die Siegerklasse hat sich in ihrem Aufsatz ausgiebig mit allen Gefahren in der Branche befasst und Lösungen dargestellt. Ihre zitierte Zusammenfassung klingt wie ein Aufruf an die Branche: „Die Arbeit in der Reinigungsbranche ist mit verschiedenen gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Risiken verbunden. Beschäftigte kommen häufig mit chemischen Reinigungsmitteln in Kontakt und sind Gefahren wie Rutsch- und Sturzunfällen, körperlicher Belastung durch schweres Heben oder monotone Bewegungen sowie biologischen Risiken ausgesetzt. Deshalb spielt der Arbeitsschutz eine zentrale Rolle. Durch Gefährdungsbeurteilungen, persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe oder rutschfeste Schuhe, regelmäßige Unterweisungen und den sicheren Umgang mit Reinigungsmitteln lassen sich viele Risiken reduzieren. Auch ergonomische Arbeitsmittel, klare Arbeitsanweisungen und gut organisierte Arbeitsabläufe tragen dazu bei, langfristige Gesundheitsschäden zu vermeiden. Wenn Arbeitgeber und Beschäftigte gemeinsam Verantwortung übernehmen und Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen, kann ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld geschaffen werden.“ Der Award und die Reise nach Amsterdam sind nur mit Unterstützung der Sponsoren möglich: Dieses Jahr waren es Miele, Tork und Solution Glöckner.
Text: Daniel Faust









