- Fachbeitrag
Lionsbot: autonome Reinigung aus Singapur für den Weltmarkt
Löwenstarke Reinigungsroboter für die Welt
Singapur wird zur Marke
Schaut man sich in der Welt der Reinigungsroboter um, so haben viele Hersteller einerseits ihren Hauptsitz in China und andererseits kommen sie aus dem Servicebereich und sind dann erst mit Robotern in der Reinigungsbranche gestartet.
Die singapurische Reinigungsroboterschmiede LionsBot hat hingegen von Anfang an Reinigungsroboter entwickelt. Die Idee entstand, als Dylan Ng Terntzerund Michelle Seow, die Mitgründer des Reinigungsmittelhändlers SuperSteam Asia Pacific, erkannten, dass es einen Bedarf an besseren Reinigungsrobotern gab, als der globale Markt zu bieten hatte. Also starteten sie 2018 mit Lionsbot und wollten im ersten Moment einen schönen Reinigungsroboter bauen. Der Name Lionsbot ist eine Hommage an die Stadt und ergibt sich aus dem Wappentier Singapurs, dem Löwen, der laut Dylon Ng Terntzer für Mut, Teamarbeit und familiären Zusammenhalt steht. Der Leobot and Leomop waren dann die ersten beiden Modelle, mit denen man sich auf dem heimischen Markt etablieren wollte.
Austausch mit Universitäten als Erfolgsrezept
Recht früh am Anfang stieß der Robotik-Experte Dr. Mohan Rajesh Elara zu dem Team, nachdem er den allerersten der Lionsbot Roboter gesehen hatte. Elara lehrt an der Singapur University of Technology and Design (SUTD) und ist Mitgeschäftsführer bei Lionsbot. Diese Zusammenarbeit ist sicherlich auch eines der Geheimnisse des Erfolgs. Anders als in Europa gibt es in Singapur einen viel intensiveren Austausch zwischen Universitäten und Unternehmen, der ebenfalls von den staatlichen Stellen gefördert wird.
Schön praktisch und intuitiv bedienbar
Schnell kam man seitens des Herstellers davon ab, schöne Roboter bauen zu wollen, sondern Reinigungsroboter, die zwar auffallen, aber gleichfalls gefallen und dem Bedienenden das Arbeiten vereinfachen. Dazu gehört, dass die Bedienung möglichst intuitiv sein muss und die Verständigung zwischen Mensch und Roboter keine Hürden aufbaut.
Europa und Singapur eng verbunden
Durch den Einstieg von Viktor Wagner (REIWAG Österreich) als Mitinvestor schaffte man den Sprung nach Europa und einen Zugang zu den Erfordernissen der Profis der Reinigungsbranche. Der Hauptsitz in Singapur bietet laut CEO Dylon Ng Terntzer einen wesentlichen Vorteil, auch in Hinblick auf die zunehmende Wichtigkeit der Datensicherheit. Man kommt nicht aus China, hat allerdings trotzdem einen kurzen Weg zu den Lieferanten und profitiert von dem Wissenstransfer aus Europa. Mittlerweile beschäftigt Lionsbot rund 300 Mitarbeiter in der Produktion sowie Verwaltung und kann allein am neuen Standort im Singapurer Stadtteil Kranji jährlich 5.000 Geräte produzieren.
Ausgezeichnet in Innovation und Design
Mehrfach ausgezeichnet mit Preisen für Innovation (Interclean 2020, European Cleaning & Hygiene Award 2022) und Design (Singapore Good Design Awards 2022 und 2024) sieht sich das Unternehmen gut gerüstet für die weiteren Entwicklungen.
Auf der Interclean zeigte Lionsbot einen neuen Reinigungsroboter, der Teil der neuen Generation Six ist.
Text: Mark Schmiechen









