- Fachbeitrag
Tarifkommission sieht keine Grundlage für weitere Gespräche
BIV führt Verhandlungen nicht weiter
Im Zuge der Lohntarif-Einigung vom November 2024 hatten sich die Tarifparteien darauf verständigt, ab November 2025 Gespräche über eine mögliche Jahressonderzahlung für Mitglieder der IG BAU aufzunehmen. Der sogenannte Gewerkschaftsbonus sollte ausschließlich für Reinigungskräfte gelten, die sowohl Mitglied der IG BAU sind als auch in einem Innungsbetrieb beschäftigt werden.
Der Vorsitzende der BIV-Tarifkommission, Christian Kloevekorn, erklärte, bereits die erste Verhandlungsrunde habe gezeigt, dass die Gewerkschaft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vieler Betriebe nicht ausreichend berücksichtige. Trotz gestiegener Kosten, anhaltender Unsicherheiten und fehlender Wachstumsimpulse halte die IG BAU an Forderungen fest, die aus Sicht der Arbeitgeber nicht tragfähig seien. Unter diesen Voraussetzungen fehle die Grundlage für sachgerechte und zielführende Tarifgespräche, so Kloevekorn weiter. Die Entscheidung zum Abbruch der Tarifrunde sei nach intensiven internen Beratungen und auf Basis eines einstimmigen Gremienbeschlusses gefallen. Zusätzliche tarifliche Verpflichtungen seien für viele Unternehmen derzeit nicht darstellbar und könnten nach Einschätzung des Verbandes Arbeitsplätze sowie die wirtschaftliche Stabilität der Branche insgesamt gefährden.
In der aktuellen Debatte um die telefonische Krankschreibung stellen sich die Unternehmen klar hinter Bundeskanzler und Bundesgesundheitsministerin. Sie sprechen sich ausdrücklich für eine kritische Überprüfung dieses Instruments aus. Bereits in einer exklusiven Konjunkturumfrage im Herbst 2024 hatte der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks auf Basis konkreter Branchenzahlen auf eine negative Entwicklung in den Betrieben hingewiesen und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung gefordert. Diese Zahlen haben, so der Verband in einer Pressemeldung, weiterhin Bestand. Nach Angaben von 71,3 Prozent der befragten Unternehmen ist der Krankenstand seit der Entfristung der telefonischen Krankschreibung Ende 2023 gestiegen.
Ein Drittel der befragten Betriebe beziffert den Anstieg auf bis zu zehn Prozent. 22,4 Prozent berichten von einer Zunahme um bis zu 20 Prozent, weitere 7,5 Prozent nennen bei der Umfrage sogar eine Steigerung von bis zu 30 Prozent.
Dazu erklärt Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich: „Die telefonische Krankschreibung sei während der Pandemie ein sinnvolles Kriseninstrument gewesen, um Kontakte und Ansteckungen zu reduzieren.“ Diese Ausnahmesituation bestehe nicht mehr. Entsprechend sei auch das Instrument überholt. Eine verlässliche Beurteilung des Gesundheitszustands am Telefon sei nicht möglich und werde den Patienten nicht gerecht.
Text: Daniel Faust/Quelle: BIV









