- Fachbeitrag
Ziel der Tour: „Jedem Mitarbeiter einmal die Hand schütteln“
Igefa-CEO Matthias Rucker über die Tour zu Händlern und Niederlassungen
Mit nachhaltigen Innovationen, digitalen Lösungen und einem starken internationalen Netzwerk sieht man sich aber seitens der igefa gut aufgestellt und möchte die Zukunft der Branche entscheidend mitgestalten. An 35 Standorten in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Polen versorgen über 3.000 Mitarbeiter tagtäglich die Kunden mit allem, was sie für ihre Geschäftsprozesse benötigen. Von A wie Allzweckreiniger bis Z wie Zahnstocher. Durch die eigenen Logistikzentren garantiert das Unternehmen eine schnelle sowie zuverlässige Belieferung und zusätzlich sichert die Mitgliedschaft bei Inpacs, einem internationalen Verbund von führenden Fachgroßhändlern, die grenzüberschreitende Versorgung der Kunden im europäischen Raum.
Ein bisschen frischer Wind…?
Wenn man auf Matthias Rucker, den neuen CEO der Igefa trifft, verfestigt sich schnell der Eindruck, dass er einen „neuen Wind“ mit ins Unternehmen gebracht hat. Direkt, klar in seiner Fokussierung und dabei absolut unprätentiös und mittendrin im Geschehen. Bezogen auf die Branche war es für ihn natürlich ein wenig „Neuland“, aber er verfügt über eine umfassende Erfahrung im Handel und bringt darüber hinaus eine breite Expertise im Bereich der Digitalisierung mit. Die Stationen seines bisherigen Werdegangs lesen sich ein wenig wie das Who’s Who der Handels- und Consultingbranche, unter anderem Unternehmen wie A.T. Kearney und die Boston Consulting Group sowie die Metro AG und Sport Scheck. Also der richtige Mann an der richtigen Stelle, wie er im Interview selbst bestätigte.
ReinigungsMarkt (RM): Herr Rucker, Sie sind jetzt seit 15 Monaten Vorstandsvorsitzender der Igefa. Wie würden Sie diese Tage beschreiben und was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse, die Sie gewonnen haben?
Matthias Rucker (MR): Normalerweise spricht man ja nach den ersten 100 Tagen miteinander oder zieht die erste Bilanz, aber ich habe mal spaßeshalber gesagt, dass man nach 100 Tagen diese Branche noch gar nicht verstanden hat. Doch kurz zusammengefasst war es eine sehr intensive, lehrreiche Zeit und hat super viel Spaß gemacht. Dabei hatte ich zwei Dinge besonders im Auge, einerseits Nähe zu den Mitarbeitenden aufzubauen und andererseits nah am Kunden zu sein. Und was wir bis jetzt schon geschafft haben, zeigt unseren Weg auf. Wir haben die Unternehmensstruktur angepasst, das heißt, weg von der großen Konzernstruktur hin zu mehr Verantwortung in den Niederlassungen, sodass eine höhere Flexibilität entsteht und die Kundennähe deutlich erhöht wird. Zusätzlich haben wir eine Wachstumsstrategie aufgestellt, die klar definiert, wo wir gemeinsam mit den Kunden noch Potenzial ausschöpfen können.
RM: Wenn man in Ihre bisherige Vita schaut, dann taucht kein direkter Bezug zur Reinigung auf. Wie hoch war die Hürde, in die Branche einzutauchen?
MR: Wenn man offen auf die Menschen zugeht, wird einem der Einstieg erleichtert und thematisch betrachtet ist die igefa ein klassisches Handelsunternehmen. Da ich die letzten 25 Jahre immer in den verschiedensten Positionen und Unternehmen mit Handel zu tun hatte, passte es so gesehen wiederum sehr gut. Aber für mich selbst gab es drei ausschlaggebende Aspekte. Zum einen war es die Kontinuität des Unternehmens bis zum heutigen Zeitpunkt, zum zweiten habe ich schon in der Anbahnung meines Engagements viele tolle Menschen kennengelernt und zum Dritten war es die Aufgabe an sich: Die vier, mittlerweile fünf gut aufgestellten Unternehmen noch einmal enger zusammenzubringen und darüber hinaus die Unternehmungen weiterzuentwickeln.
RM: Mit eine der wichtigsten Personalien in jedem Unternehmen ist die Position des Vertriebsvorstands. Sie haben sich überraschenderweise im Oktober 2024 nach einer nur einjährigen Amtszeit von Nils Lueken getrennt. War seine Aufgabe von Grund auf so befristet oder gab es andere konzeptionelle Gründe?
MR: Das war eine rein strategische Entscheidung, weil wir uns als Unternehmen anders aufstellen wollten. Das heißt, um schneller zu werden, haben wir das Vorstandsteam verkleinert und die Aufgabenverteilung angepasst. Dazu gehörte, dass der Vertrieb in das Aufgabenressort des Vorstandsvorsitzenden übergeht. Nils Lueken hat damals eine hervorragende Arbeit geleistet, indem er den Vertrieb zu einer Einheit zusammengeführt hat, und wir haben uns in beiderseitigem Einvernehmen getrennt.
RM: Derzeit sind Sie auf einer Tour durch das komplette Unternehmen mit seinen 30 Standorten. Das ist ein sehr kreativer Weg, ein Unternehmen bis in die Grundfesten kennenzulernen, aber gleichfalls recht ungewöhnlich für einen CEO. Wurden Sie von der Sendung „Undercover Boss“ inspiriert und war es bei Ihren Besuchen situativ vergleichbar oder trafen Sie auf gut vorbereitete Mitarbeiter?
MR: Nein, natürlich machen wir das nicht undercover, sondern kommunizieren es völlig transparent. Und es ist nicht das erste Mal, dass ich unterwegs bin. Wenn ich mir mein Arbeitsjahr anschaue, dann bin ich eher in den Niederlassungen in ganz Deutschland unterwegs, als dass ich in meinem Büro sitze. Das ist so mein Managementstil, immer in der direkten Kommunikation mit den Mitarbeitern zu sein und den Puls vor Ort zu spüren. Bezogen auf die ersten 100 Tage hatte ich es mir jedenfalls als Ziel gesetzt und auch sogar geschafft, jedem Mitarbeiter einmal die Hand zu schütteln. Mittlerweile „touren“ wir mit unserer wöchentlichen Vorstandssitzung durch die Standorte, um einerseits Präsenz zu zeigen und andererseits den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich mit uns auszutauschen.
RM: Fanden das die Mitarbeiter teilweise ein wenig befremdlich und wie gehen Sie mit der Belastung um?
MR: Einige haben da sicherlich schon etwas ungläubig geguckt und wenn man dann sagte, dass man sogar wiederkommt, daran gezweifelt. Aber spätestens nach dem zweiten Besuch am Standort merkt man an den Reaktionen, dass das Konzept angenommen wurde. Für mich ist eine der höchsten Auszeichnungen, wenn Mitarbeiter mich anrufen und da keine Barriere sehen. Wie gehe ich mit der Belastung um? In erster Linie möchte ich nicht in der „CEO – Bubble“ verharren und deswegen bin ständig im Unternehmen unterwegs. Doch es ist nicht zwingend zehrend, sondern gibt mir im Gegenteil auch ganz viel Energie.
RM: Ausgehend von den Erfahrungen, die Sie gemacht haben, welche Veränderungen werden Sie in den nächsten Monaten im Unternehmen anstoßen?
MR: Zum einen wird weiterhin ein großes Thema das Wachstum sein. Wir wollen deutschlandweit in die Breite und in die Tiefe gehen. Dann spielt, wie ich schon erwähnt habe, Kundennähe eine ganz große Rolle. Wir werden dazu ab 2026 die Weiterempfehlungsrate unserer Kunden explizit abfragen. Nachhaltigkeit bleibt ebenfalls in den nächsten Jahren ein von uns fokussierter Wegbegleiter. Wir haben im September die SBTi-Validierung für unsere Klimaziele erhalten. Damit gelten unsere Klimaziele offiziell als wissenschaftsbasiert und stehen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C vorsieht. Des Weiteren nehmen wir uns unserer internen Prozesse an und klären, wie wir, vielleicht auch unter dem Einsatz von KI, Verbesserungen erzielen können. Die Grundlage für unser Handeln sind dabei immer unsere Unternehmenswerte. Sie definieren verbindliche Standards für eine transparente Unternehmensführung, ethisches Verhalten unserer Mitarbeitenden und die Zusammenarbeit mit unseren Partnern.
Das Interview führte Mark Schmiechen
Über die Igefa
Die Igefa ist eines der führenden Handelsunternehmen in Deutschland, das Kunden aus den Bereichen Gebäudereinigung, Gesundheitswesen, HoReCa (Hotel, Restaurant, Catering), Industrie und Verkehrswesen sowie Kommunen und Verwaltung betreut. Ihr umfassendes Angebot schließt Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Reinigung und Hygiene, Pflege und medizinische Hilfsmittel, Hotelkosmetik und Wellness, Arbeitsschutz und Berufsbekleidung, Einwegverpackungen und Gastronomiebedarf ein.
Mit knapp 30 Standorten in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Polen, eigenen Logistikzentren und ca. 3.000 Mitarbeitern garantiert die igefa eine schnelle und zuverlässige Belieferung.
Durch die Mitgliedschaft bei der Inpacs, einem internationalen Verbund von führenden Fachgroßhändlern, kann die igefa als Systemdienstleister Kunden auch grenzüberschreitend im europäischen und internationalen Raum versorgen. Im vergangenen Jahr feiert die Igefa das 50-jährige Jubiläum. Im Fokus der Feierlichkeiten stand eine Jubiläumskampagne mit dem Motto „Auf 50 Jahre starke Partnerschaften“.
Umgesetzt wurde sie zusammen mit den langjährigen Partnerunternehmen Tork, Satino by Wepa, Deiss, Kimberly-Clark Professional, Drylock, Vileda Professional, Duni, Ecolab, SC Johnson, Sprintus und Ansell.









