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Kärcher wächst trotz Gegenwind weiter

Kärcher hat sich im schwierigen Jahr 2025 besser behauptet als viele Wettbewerber. Das Familienunternehmen aus Winnenden steigerte seinen Umsatz auf 3,483 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent, währungsbereinigt sogar 3,2 Prozent.

Nach nur sechs Monaten bezugsbereit: Das neue Headquarter von Kärcher Österreich in Wien. Foto: Kärcher

Umsatzhöchstmarke von 3,483 Milliarden Euro

Dabei war das Umfeld alles andere als günstig. Handelsbarrieren, Zölle und lokale Subventionen erschwerten das Geschäft, gleichzeitig wächst der Preisdruck, vor allem durch chinesische Anbieter. Auch der Markt für Reinigungsgeräte entwickelte sich insgesamt eher rückläufig, insbesondere im gewerblichen Bereich, wo viele Kunden Investitionen zurückstellten.

Kärcher setzt dennoch weiter auf Expansion. Neue Vertriebsgesellschaften etwa in Portugal und an der Elfenbeinküste sollen die internationale Präsenz stärken. Schon heute erwirtschaftet das Unternehmen 86 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Weltweit ist Kärcher mit 170 Gesellschaften in 87 Ländern vertreten, rund 17.000 Menschen arbeiten für die Gruppe.

Trotz der gebremsten Konjunktur investierte Kärcher im vergangenen Jahr kräftig in seine Standorte. Insgesamt flossen 170 Millionen Euro in Innovation und den Ausbau der Produktionskapazitäten. Im rumänischen Werk Curtea de Argeș wurde die Fläche deutlich erweitert, außerdem ging dort erstmals eine vollautomatische Anlage zur Fertigung von Staubsaugerbeuteln in Betrieb. Auch im chinesischen Werk Changshu entstanden neue Hallen, um die Fertigungstiefe bei Bodenreinigungsgeräten auszubauen.

In Europa setzt Kärcher ebenfalls Akzente. In Wien bezog die österreichische Tochter nach kurzer Bauzeit einen neuen Hauptsitz, in Deutschland wurden Werke technologisch modernisiert, etwa mit flexiblen Montageanlagen und automatisierten Transportsystemen.

Neben den Investitionen in Maschinen und Gebäude will Kärcher auch intern Veränderungen vorantreiben. Eine neue Unternehmensstrategie soll Mitarbeitern mehr Verantwortung übertragen und unternehmerisches Denken stärken.

Vorstandschef Hartmut Jenner sieht das Unternehmen trotz aller Unsicherheiten auf Kurs. Das Ziel bleibe, Kunden mit neuen Lösungen die Arbeit zu erleichtern, auch in einem Markt, der schwieriger geworden ist. „2025 war ein sehr ungewöhnliches Jahr, das uns stark gefordert hat“, so Jenner. „Ich habe 2020 früh gesagt, dass wir zehn schwierige Jahre erleben werden. Jetzt ist die erste Halbzeit vorbei und ich bin insgesamt zufrieden damit, wie gut Kärcher sie bewältigt hat.“